Förderung der Kriminalistik in Wissenschaft, Praxis, Aus- und Weiterbildung Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik
Förderung der Kriminalistik in Wissenschaft, Praxis, Aus- und WeiterbildungDeutsche Gesellschaft für Kriminalistik

Entwicklung der DGfK

6. Schlussfolgerungen

Der Stellenwert der Wissenschaft Kriminalistik muss erhöht werden. Ihre Einflussnahme auf die Praxis der Straftatenuntersuchung sowie die Lehre an den Fachhochschulen der Polizei und  Hochschulen/Universitäten bedürfen einer aktuellen Bewertung im europäischen Konsens. Das betrifft ebenso die kriminalistische Forschung und die Forschungskoordination.
 
Die Kriminalistik sollte unter Berücksichtigung der neuen gesellschaftlichen und globalen, insbesondere europäischen, Entwicklung zukunftsfähig gemacht werden. Sie muss auf neue internationale Kriminalitätsphänomene frühzeitig reagieren und mit helfen, rechtzeitig  Methoden zu deren schnellen Aufdeckung und beweissicheren Untersuchung zu entwickeln.
 
Die mit dem Bologna-Prozess angestrebte europäische Vergleichbarkeit und Vereinbarkeit von Wissensvermittlung darf an der Straftatenuntersuchung, vor allem in der kriminalistischen Lehre, Ausbildung und Forschung nicht vorübergehen. Die Straftatenuntersuchung  durch Polizeibeamte, Richter, Staatsanwälte, Verteidiger, Juristen und anderer Anwender soll durch Maßnahmen begleitet werden, welche die Qualität der Untersuchung und Beweisführung auf ein höheres Niveau bringen.
 
Das Verhältnis der Kriminalistik in der Bundesrepublik Deutschland zu der noch nicht ausgeformten und sich in Entwicklung befindlichen „Polizeiwissenschaft“ bedarf einer wissenschaftlich begründeten Beurteilung. Das betrifft auch das Verhältnis zu den anderen Kriminalwissenschaften, vorrangig  zur Kriminologie, Strafrechtswissenschaft, Strafprozessrechtswissenschaft und anderen Bezugswissenschaften (z.B. Rechtsmedizin, Psychologie, Psychiatrie, Soziologie).
 
Die Anwendung kriminalistischer Erkenntnisse ist interdisziplinär und nicht ausschließlich auf die polizeiliche Nutzung beschränkt. Den nicht zur Polizei gehörenden Nutzern ist ein größeres Augenmerk zu schenken. Außerpolizeiliche Anwender sollten in Kriminalistik universitär ausgebildet werden. Das macht die Neugründung von Studiengängen an Universitäten notwendig. Die Deutsche Hochschule der Polizei hat internen Charakter. Sie versteht sich als eine besondere Aus- und Weiterbildungsstätte der Polizei mit reinem polizeilichem Arbeitsfeldbezug, das in bestimmten Bereichen der Geheimhaltung unterliege. Sie hat sich nicht für öffentlich-rechtliche Bedarfsträger geöffnet.
 
Die  Erfahrungen und Erkenntnisse der osteuropäischen EU-Länder bei der Gestaltung der Praxis, Lehre und Forschung zum Fachgebiet Kriminalistik dürfen nicht unbeachtet bleiben. Sie müssen im europäischen Rahmen besser genutzt werden. Neben staatlichen  Initiativen ist es notwendig, eine enge Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlich arbeitenden Gesellschaften und  Vereinen zur Förderung und Unterstützung der Kriminalistik zu entwickeln.

Prof. Dr. sc. jur. Rolf Ackermann

  • Diplomkriminalist
  • Vertreter des Präsidenten der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg im Ruhestand
  • Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik (DGfK)

Kontakt:

Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik e.V.
Telefon:
Fax: 089 45476328
E-Mail-Adresse:

Mitgliederforum

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik e.V.

Kontakt | Impressum