Förderung der Kriminalistik in Wissenschaft, Praxis, Aus- und Weiterbildung Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik
Förderung der Kriminalistik in Wissenschaft, Praxis, Aus- und WeiterbildungDeutsche Gesellschaft für Kriminalistik

2.  Kriminaltaktik

Allgemeines Studienziel:

Die Studierenden sollen auf wissenschaftlicher Grundlage und praxisorientiert, die allgemeinen und besonderen Methoden und Verfahren der Krimi­nalistik erlernen und in strategische, taktische und dienstkundliche Maßnahmen der präventiven und repressiven Verbrechensbekämpfung effektiv umsetzen können.

Dabei sollen sie die Möglichkeiten des integrativen Zusammenwirkens von Schutz- und Kriminalpolizei erkennen und nutzen können. Mit dem erworbenen Wissen sollen sie in der Lage sein, Erscheinungsformen und Entwicklungen der Kriminalität zu erkennen und zu analysieren und daraus spezifische neue oder modifizierte Ansätze zur Verbre­chensbekämpfung zu initiieren. Dazu gehört in besonderem Maß die Fähigkeit, die sich aus der Entwicklung der Gesetzgebung, der Rechtsprechung und der technischen Entwicklung ergebenden veränderten Möglichkeiten und Bedingungen der Kriminalitätsbekämpfung erkennen und umset­zen zu können.

Die Studierenden sollen befähigt werden, sowohl Ermittlungsverfahren im Bereich der Massenkriminalität als auch umfangreiche und taktisch schwierige Ermittlungsverfah­ren in besonderen Deliktsbereichen bearbeiten zu können. Darüber hinaus sollen sie in der Lage sein, andere kriminalistisch relevante Aufgabenstellungen zu bewältigen.

2.1  Verdachts- und Beweislehre, kriminalistisches Denken, kriminalistische Fallanalyse

Die Studierenden sollen

  • Verdacht begründen und Vermutungen von Tatsachen unterscheiden können,
  • Verdachtsrichtungen kennen und Hauptrichtungen der Verdächtigenermittlung beherrschen,
  • Grundsätze der Beweisführung beherrschen,
  • die Beweismittel und die Beweismittelerhebungs- und -verwertungsverbote kennen,
  • den Unterschied zwischen direkten und indirekten Beweisen sowie die Probleme von Personal- und Sachbeweis kennen und den Wert einzelner oder der Gesamtheit der Beweise im praktischen Fall richtig beurteilen können,
  • unter Anwendung wissenschaftlicher kriminalistischer Gedankenprozesse in der Lage sein, Sachverhalte zu analysieren, zu bewerten und praxisgerechte Entscheidungen für die weitere Bearbeitung zu treffen.

Schwerpunkte:

  • Vermutung, Verdacht, Tatsache
  • kriminalistische und strafprozessuale Verdachtsarten
  • Verdachtsrichtungen, Hauptrichtungen der Verdächtigenermittlungen
  • Alibiermittlungen
  • Weg-Zeit-Analyse
  • Beweismittel, direkter und indirekter Beweis
  • Beweisführung
  • Beweiserhebungs- und –verwertungsverbote
  • kriminalistische Analyse und Beurteilung (Hypothesen-/Versionsbildung, Logik/Syllogistik / Dialektik, Heuristik, Kombination, Elimination)

2.2  Informations- und Auswertungssysteme, Kriminalakte

Die Studierenden sollen

  • die polizeilichen Informations- und Vorgangsbearbeitungssysteme, die Kriminalakte sowie Informationssysteme und -quellen anderer Behörden und Institutionen kennen und in der Praxis einsetzen können.

Schwerpunkte:

  • INPOL, Schengener Informationssystem
  • Polizeiliche Informationssysteme des jeweiligen Bundeslandes
  • KPS – Richtlinien
  • Grundlagen, Zweck und Inhalt der Kriminalakte, KAN
  • polizeifremde Informationssysteme und andere Informationsquellen

2.3  Die Strafanzeige

Die Studierenden sollen

  • die Grundsätze und Besonderheiten der Anzeigenaufnahme und -bearbeitung in rechtlicher, taktischer, psychologischer und dienstkundlicher Hinsicht verstehen und diese praxisgerecht anwenden können.

Schwerpunkte:

  • Anzeigeverpflichtung
  • Recht, Taktik und Dienstkunde bei der Anzeigenaufnahme,
  • die W-Fragen
  • Formen der Anzeigeerstattung und Umgang mit besonderen Anzeigen (anonym/ pseudonym, vertraulich, gegen Abgeordnete und Diplomaten, vorgetäuschte Straftaten)
  • Privatklage- und Antragsdelikte

2.4  Der Erste Angriff / Tatortarbeit

Die Studierenden sollen

  • die Bedeutung von Ereignis- und Tatorten verstehen und unter Anwendung der Grundsätze der Tatortarbeit den Ersten Angriff selbst oder in Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen durchführen und das Ergebnis in das Ermittlungsverfahren einbringen können.

Schwerpunkte:

  • Begriffsbestimmungen Ereignisort, kriminalistischer und strafrechtlicher Tatort
  • die Bedeutung des Ereignisortes/ Tatortes für die kriminalistische Fallanalyse und Fallbearbeitung  
  • Verhaltensgrundsätze am Tatort
  • der Erste Angriff als komplexe polizeiliche Einsatzmaßnahme
  • die Aufgaben im Sicherungsangriff
  • die kriminaltaktischen und kriminaltechnischen Aufgaben im Auswertungsangriff
  • Zusammenarbeit der Dienstzweige und Dienststellen am Ereignisort/ Tatort
  • Tatortbefundbericht einschließlich Anlagen
  • Fehlerquellen bei der Tatortarbeit

2.5  Durchsuchung/ Sicherstellung/ Beschlagnahme

Die Studierenden sollen

  • die rechtlichen, taktischen, psychologischen und dienstkundlichen Aspekte der Durchsuchung und Beschlagnahme kennen und in die Praxis umsetzen können.

Schwerpunkte:

  • Planung, Vorbereitung und Durchführung von Durchsuchungen
  • Beschlagnahme
  • Nachbereitung und Folgemaßnahmen
  • Einziehung und Verfall einschließlich Gewinnabschöpfung
  • Asservatenbehandlung und Herausgabe von Gegenständen

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