Förderung der Kriminalistik in Wissenschaft, Praxis, Aus- und Weiterbildung Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik
Förderung der Kriminalistik in Wissenschaft, Praxis, Aus- und WeiterbildungDeutsche Gesellschaft für Kriminalistik

4. Kriminaltechnik (naturwissen­schaftlich-technische Kriminalistik)

Allgemeines Studienziel:

Die Studierenden sollen

  • die Kriminaltechnik als wesentlichen Bestandteil der Wissenschaft Kriminalistik und der polizeilichen Arbeit insgesamt verstehen,
  • die Kriminaltechnik als wichtige Struktureinheit der Kriminalpolizei kennen,
  • theoretische Grundlagen im Zusammenhang mit der Entstehung von Spuren und der Identifizierung von Spurenverursachern beherrschen,
  • die Bedeutung materieller Beweismittel im Strafverfahren erfassen können,
  • die Spurenarten und deren Entstehung/Vorkommen, Suche, Sicherung, Dokumentation, operative Auswertung und kriminaltechnische Untersuchungsmöglichkeiten kennen,
  • das richtige Verhalten an Orten der Spurensuche und -sicherung beherrschen
  • Anforderungen an Spuren und Vergleichsmaterial kennen sowie den sachgerechten Umgang mit Spuren und Vergleichsmaterial beherrschen,
  • Grundfertigkeiten zur Sicherung ausgewählter Spurenarten besitzen,
  • auf der Grundlage des aktuellen Standes kriminaltechnischer Verfahren und Methoden und in Abhängigkeit vom Informationspotenzial der jeweiligen Spurenart sowie der Beweiserfordernisse im konkreten Fall zielgerichtet kriminaltechnische Untersuchungsfragen formulieren und mit Sachverständigen kommunizieren können.

4.1  Einführung und theoretische Grundlagen

Die Studierenden sollen

  • die Kriminaltechnik als Wissenschaft, deren Gegenstandsbereich und Aufgaben sowie ihre Teilgebiete kennen,
  • wesentliche theoretische Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Spurenentstehung, des Informationsgehaltes von Spuren, der Veränderlichkeit von Spuren sowie der Bedeutung der Spur für Identifizierungs- und Beweiszwecke verstehen,
  • die Grundsätze der Suche, Sicherung, Dokumentation und operativen Auswertung von Spuren beherrschen,
  • die Struktur und Aufgaben der Kriminaltechnik als integraler Bestandteil der Kriminalpolizei auf Bundes- und Landesebene kennen.

Schwerpunkte:

  • Definition, Gegenstand und Aufgaben der Kriminaltechnik
  • Spurendefinition und Spurenentstehung
  • Spurenbegriffe
  • Beweiserheblichkeit der Spur als materieller Informationsspeicher
  • Identifizierungstheorie
  • Vergleichsmaterial (Begriff und Bedeutung)
  • Vorgehen bei der Spurensuche und –sicherung sowie Sicherung von Vergleichmaterial,   Qualitätsanforderungen und Fehlerquellen
  • operative Auswertung von Spuren
  • Struktur und Zuständigkeiten der Kriminaltechnik auf Bundes- und Landesebene

4.2  Kriminalistische Fotografie / Videografie

Die Studierenden sollen

  • die Fotografie als wichtige Beweissicherungs- und Untersuchungsmethode verstehen,
  • die theoretischen Grundlagen der fotografischen Abbildungsprozesse kennen,
  • fotografische Techniken und Verfahren in Abhängigkeit von der Zielstellung und vom fotografischen Objekt anwenden können,
  • praktische Fertigkeiten der kriminalistischen Fotografie und Videografie erwerben.

Schwerpunkte:

  • Begriff und Gegenstand
  • beweisrechtliche Bedeutung
  • physikalische Grundlagen
  • Wahl von Motiv, Format und Bildausschnitt
  • Arten kriminalistischer Fotografie
  • Videografie
  • Fotometrische Verfahren

4.3  Formspuren

Die Studierenden sollen

  • die wichtigsten Formspurenarten, deren Entstehungsmechanismus sowie Verfahren zur Suche und Sicherung solcher Spuren kennen,
  • den Informationsgehalt von Formspuren bewerten können,
  • Fertigkeiten zur Suche und Sicherung häufig auftretender Formspuren sowie von entsprechendem Vergleichsmaterial besitzen
  • Fragen zur kriminaltechnischen Auswertung und Begutachtung sachverhaltsbezogen formulieren können,
  • Verfahren zur Untersuchung von Formspuren kennen.

Schwerpunkte:

  • Begriff und Informationsgehalt der Formspuren
  • Arten von Formspuren (Pass-, Werkzeug-, Schuh-, Handschuh-, Fuß-, Schloss-, Fahrzeug-, Bissspuren)
  • Entstehung, Suche und Sicherung sowie operative Auswertung von Formspuren
  • Beschaffung von Vergleichsmaterial
  • kriminaltechnische Untersuchungsmöglichkeiten
  • Datenbanksysteme (CIS, SCHARS, usw.)

4.4  Kriminalistische Ballistik

Die Studierenden sollen

  • wesentliche waffenrechtliche und waffentechnische Begriffe kennen,
  • Grundkenntnisse der Entstehung ballistischer Spuren besitzen,
  • den Informationsgehalt von ballistischen Spuren bewerten können
  • Besonderheiten des Ersten Angriffs bei Delikten mit Schusswaffenanwendung unter Beachtung von Spezialzuständigkeiten kennen,
  • Fragen zur kriminaltechnischen Auswertung und Begutachtung sachverhaltsbezogen formulieren können,
  • den Tatmittelmeldedienst für Waffen und Sprengstoffe beherrschen.

Schwerpunkte:

  • Begriffe und Gegenstand der Ballistik
  • wesentliche waffenrechtliche Definitionen
  • Waffensysteme
  • Sicherung von Schusswaffen und Munition
  • Arten, Entstehung und Informationsgehalt ballistischer Spuren
  • Suche, Sicherung und Untersuchungsmöglichkeiten ballistische Spuren
  • Tatmittelmeldedienst, Zentrale Tatmittelsammlung und Schusswaffenerkennungsdienst
  • Sprengmittel und USBV

4.5  Daktyloskopie

Die Studierenden sollen

  • die Daktyloskopie als wichtiges Verfahren zur Personenidentifizierung kennen,
  • die Entstehung von Papillarleistenspuren verstehen,
  • die Verfahren zur Suche, Sichtbarmachung und Sicherung von Papillarleistenspuren am Tatort sowie die Beschaffung von Vergleichsmaterial praktisch beherrschen,
  • chemische und andere laborgebundene Verfahren zur Sichtbarmachung latenter Papillarleistenspuren kennen,
  • den Informationsgehalt von Papillarleistenspuren bewerten können,
  • die daktyloskopischen Sammlungen und deren Bedeutung kennen,
  • Fragen zur kriminaltechnischen Auswertung und Begutachtung sachverhaltsbezogen formulieren können.  

Schwerpunkte:

  • Begriffe und anatomische Grundlagen der Daktyloskopie
  • Geschichte der Daktyloskopie
  • Axiome der Identifizierung
  • mechanische und chemische Verfahren zur Suche und Sichtbarmachung von Papillarleistenspuren
  • Verfahren zur Sicherung von Papillarleistenspuren
  • Seiten- und Farbrichtigkeit
  • operative Auswertung von Papillarleistenspuren
  • Sicherung von daktyloskopischem Vergleichsmaterial (klassisch/Life Scan)
  • Untersuchungsfragen
  • Daktyloskopische Dateien und Sammlungen (AFIS, EURODAC)

Kontakt:

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