Förderung der Kriminalistik in Wissenschaft, Praxis, Aus- und Weiterbildung Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik
Förderung der Kriminalistik in Wissenschaft, Praxis, Aus- und WeiterbildungDeutsche Gesellschaft für Kriminalistik

5. Grundlagen der Rechtsmedizin

Die folgenden Studieninhalte sind Bestandteil der kriminalistischen Ausbildung im Fachhochschulstudium und gehören zum Standardwissen.

Die Themen werden entsprechend der unterschiedlichen Voraussetzungen in den Bundesländern als eigenständiges Gebiet im Fach Kriminalistik behandelt.

Wo das nicht der Fall ist, können die Studieninhalte verknüpft mit Themen wie Polizeiliche Todesermittlung, Identifizierung unbekannter Toter, Sexual- und Gewaltdelikte, Betäubungsmittelkriminalität, forensische Chemie/Toxikologie vermittelt werden. (siehe „Kompetenzen Kriminalistik/Kriminaltechnik“)
 
Allgemeines Studienziel:

Die Studierenden sollen die für die polizeiliche Praxis erforderlichen rechtsmedizinischen Grundkenntnisse, insbesondere für die Bearbeitung von Todesermittlungssachen, Sexual- und Gewaltdelikten besitzen.

Sie sollen die Todesarten und wichtigsten Todesursachen sowie Verletzungen an Toten und Lebenden kennen.

Durch die Teilnahme an Lei­chenöffnungen sollen sie dieses Wissen und die Kenntnisse über Leichenerscheinungen und die Todeszeitbestimmung vertiefen und es mit kriminaltaktischen und -technischen Er­kenntnissen verknüpfen können.

Sie sollen die Rechtsgrundlagen und Aufgaben der ärztlichen und polizeilichen Leichenschau beherrschen.

Die Studierenden sollen die Aufgaben des rechtsmedizinischen Sachverständigen im Ermittlungsverfahren kennen und mit diesem im Rahmen kriminalpolizeilicher Aufgabenlösung gezielt zusammenarbeiten können.

5.1  Einführung in die Rechtsmedizin

Die Studierenden sollen

  • die Rechtsmedizin als Wissenschaft, deren Gegenstandsbereich und ihre Aufgaben bei der Bekämpfung von Straftaten kennen.

Schwerpunkte:

  • Definition und Gegenstand sowie Aufgaben der Rechtsmedizin im kriminalistischen Untersuchungsprozess

5.2  Rechtsmedizinisches Grundwissen 

Die Studierenden sollen

  • rechtsmedizinische Grundkenntnisse über die Spuren von Gewalteinwirkung auf Personen, über Sterbeprozesse und Leichenerscheinungen für die anlassbezogene Beurteilung im Ersten Angriff besitzen,
  • Grundkenntnisse über die Feststellung von Todesart, Todesursache und Todeszeitpunkt haben,
  • die typischen Spuren unterschiedlicher Gewalteinwirkungen auf den Menschen kennen und mit Kenntnissen über die jeweiligen Deliktskategorien verknüpfen können,
  • die Zusammenarbeit der Polizei mit Rechtsmedizin und Staatsanwaltschaft bei kriminalistisch relevanten Todesfällen organisieren können,
  • die ethischen Prinzipien im Umgang mit dem Tod, mit Verstorbenen und Hinterbliebenen verinnerlichen.

Schwerpunkte:

  • Unterscheidung und Abgrenzung der Todesarten natürlicher Tod und nichtnatürlicher Tod durch Unfall, Suizid oder Tötung
  • Sterbeprozesse und Todesdefinitionen
  • vitale und supravitale Reaktionen
  • postmortale Veränderungen und ihre Bedeutung für die Todeszeitschätzung
  • Typische Formen der Gewalteinwirkung als Todesarten und deren Folgen:
    • stumpfe Gewalt
    • halbscharfe Gewalt
    • scharfe Gewalt
    • mechanisches Ersticken: Strangulation (Würgen, Drosseln, Hängen); Verlegung der Atemwege; Verhinderung der Atembewegung
    • Tod im Wasser
    • Schuss
    • Flüssigkeits-/Nahrungsmangel
    • Gifte, Drogen, Medikamente, Alkohol
    • hohe Temperaturen
    • niedrige Temperaturen
    • elektrischer Strom/Blitzschlag
    • häufige Todesursachen (Herz-Kreislauf-Versagen, Aspiration, Embolie,Sauerstoffmangel, Schädigung des ZNS; anämischer Schock)
    • Vortäuschung von Unfall oder Suizid sowie Leichenbeseitigung nach Tötungsdelikten
    • Besonderheiten bei Schwangerschaftsabbruch und Kindstötung
    • Todesfälle durch ärztliche Behandlungsfehler
    • plötzlicher Kindstod
    • besondere Todesarten:
    • Tod durch subdurales Hämatom
    • Bolustod
    • autoerotischer Unfall

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